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Wer nun Spaß an einem solchen Gefährt
bekommen hat möge diese Seite aufmerksam lesen. Hier möchten wir auf die typischen Macken des Lastboy
eingehen und einige Tipps für den Kauf geben. Die Liste ist nicht
unbedingt vollständig. Wenn etwas fehlt, werden wir sie fortschreiben.
In der Kategorie "Preise"
könnt Ihr Euch ein ungefähres Bild vom Marktwert machen.
An sich ist der Lastboy äußerst robust, jedoch gehen
viele Jahre - vor allem bei der Post- nicht spurlos an ihm vorüber.
Der gebläsegekühlte Motor von Fichtel & Sachs ist eigentlich
unverwüstlich. Egal ob es sich um einen handgeschalteten Motor mit
Pedalen handelt oder um einen Motor mit Kickstarter und Fußschaltung.
Zumeist lässt er sich mit dem ersten Tritt zum Leben erwecken und
bringt uns dann zuverlässig ans Ziel.
Da aber keine Technik der Welt für die Ewigkeit gebaut ist, haben
wir hier einmal die Dinge aufgelistet, die schon mal kaputt gehen:
- Kolben/Kolbenringe: Bei hoher Laufleistung verschleißen
die Kolbenringe stark. Der Motor baut dann nicht mehr die nötige
Kompression auf. Manchmal reicht es, einfach ein Paar neue Ringe
einzubauen. Leider verschleißen aber auch die Ringnuten, wodurch
die Ringe Höhenspiel im Kolben bekommen. Das hört sich dann
furchtbar an: Der Motor rasselt wie eine Kaffeemühle! Dann gibt`s
nur eins: Ein neuer Kolben muss her. Die gibt`s immer noch zu
kaufen, und zwar in der Original-Größe 38,0 mm und in
verschiedenen Übergrößen: 38,3 mm, 38,6 mm und 38,9 mm.
- Kupplung: Sollte die Kupplung rutschen, so ist das kein
großes Problem. Zwei neue Lamellen rein und schon packt sie wieder.
Tipp: Einen neuen Satz Druckfedern
gleich mitbestellen. Wenn die Kupplung nicht mehr trennt, siehe
"Werkstatt-Tipp"!
- Auspuff: Da unser Lastboy noch nach Mischungsschmierung im
Verhältnis 1:25 verlangt, setzt sich der Auslasskanal und der
gesamte Auspuff gerne mit Ölkohle zu. Das kann zu heftigem
Leistungsverlust führen. Der Auslasskanal muss dann freigekratzt
und der Auspuff ausgebrannt werden.
- Auspuff: Manchmal löst sich die Überwurfmutter, mit der
der Auspuffkrümmer am Zylinder befestigt wird. Abhilfe:
Mit passendem Hakenschlüssel ordentlich "anballern".
Hilft das nicht, liegt die Ursache wahrscheinlich in einer zu losen
Motoraufhängung. Durch die ausgeschlagenen Buchsen kann sich der
Motor bei Lastwechsel im Rahmen bewegen. Da aber der Auspuff diese
Bewegung nicht mitmachen kann, löst sich die Mutter. Abhilfe:
Alle Buchsen, an denen der Motor befestigt ist erneuern.
- Getriebe: Oft ist der Schaltmechanismus der Fußschaltung
von Stümpern eingestellt oder vermurkst worden. Dann lassen sich
die Gänge nicht richtig einlegen oder sie springen heraus. Klappt
es auch bei korrekter Einstellung noch immer nicht, muss der Ziehkeil
im Getriebe erneuert werden. Achtung:
Das ist allerdings dann nix für Laien, da das Motorgehäuse
getrennt wird und man einen Haufen Spezialwerkzeug braucht.
- Ritzel/Kette/Kettenrad: Hier finden wir eigentlich nur
normalen Verschleiß, der auch noch dadurch stark reduziert wird
daß die Kette in einem geschlossenen Kasten läuft. Nachteil:
Wenn`s zu ist, guckt auch niemals jemand rein!
- Motorseitendeckel links (Gebläsedeckel): Meist sind gleich
mehrere Rippen aus dem Seitendeckel gebrochen. Achtung:
Dies geschieht nicht durch Vibrationen, sondern ausschließlich
dadurch, daß der Lastboy ein Feinschmecker ist. Er verspeist am
liebsten Schnürsenkel von max. 1 Woche alten Schuhen, die er sich
durch den Seitendeckel ins Lüfterrad saugt und dort in bekömmliche
Stückchen zerkaut! Bevor der Schnürsenkel abreißt ist wieder `ne
Rippe geknackt....BILD!
Bei ausgeschlagenen Motorlagern kann die Fußraste den
Gebläsedeckel berühren. Hier gibt es dann hässliche Abschabungen.
BILD! Auch
sollte der Kickstarter nicht zu weit auf die Welle aufgeschoben
werden, sonst gibt es auch tiefe Schrammen.
Seitenanfang
- Risse: An der Verbindung zwischen dem waagerechten und dem
senkrechten Teil des Trägers bilden sich gerne Risse durch
Schwingungen und Überladung. Abhilfe:
Ordentlich schweißen und ggf. verstärken.
- Ständer: Beim zu rüden Aufbocken auf den vorderen
Ständer rutscht dieser immer ein Stück über den Boden, wodurch
das Rohr unten wegschleift. Abhilfe:
Ein neues Rohr sauber einschweißen und mit auswechselbaren
"Schleif-Pads" versehen. BILD!
- Ständeranschläge: Mit der Zeit verschleißen/verbiegen
die oberen Anschläge für den Ständer. Er schlägt dann jedes Mal
vor den Beinschutz und macht hässliche Beulen. Abhilfe:
Anschläge richten/aufarbeiten. BILD!
- Spannbandsystem (nur beim Behördenmodell): Die
Spannbandratschen sind zwar sehr praktisch, aber etwa zu 70% kaputt.
Tipp: Wer noch ein funktionierendes hat:
Schraube herausdrehen, Sprühöl reinjagen bis es aus den Ritzen
herausquillt, Vorgang jährlich wiederholen. Rutscht die Ratsche mit
Öl auf einmal durch, kam vorher die Sperrwirkung nur durch den Rost
zustande. Achtung: Jeder
Reparaturversuch ist zwecklos! Das Ganze gilt natürlich auch für
die Spannbandratsche des hinteren Gepäckträgers.
Seitenanfang
Karosserie/Aufbau
- Scheinwerfer/Lenkanschlag: Wird die Lenkung schnell und
brachial nach links eingeschlagen, kollidiert der Scheinwerfer mit
dem Gepäckträger. Folge: Beule im Scheinwerfergehäuse. BILD!
Das sieht
nicht schön aus, macht aber auch nix..... .Ebenfalls blättert sehr
gerne der Chrom vom Reflektor des ohnehin nicht gerade sehr hellen
Scheinwerfers. Eine Nachtfahrt durch den finsteren Wald gerät dann
schnell zum Horror-Trip. Ersatz ist kaum noch zu beschaffen. TIPP:
Meinen habe ich mal neu verchromen lassen. Achtung:
Nicht jede Verchromerei freut sich beim Anblick eines gammeligen
Reflektors!
- Kotflügel vorne: Da der vordere Kotflügel sehr weit
heruntergezogen ist, setzt er beim Herunterfahren hoher Bordsteine
gerne auf. Folge: Kotflügelunterkante "matsche". BILD!
Abhilfe:
Sauber kürzen oder richten und abgesenkten Bordstein suchen.
- Kotflügel hinten: Die hinteren Kotflügel sind zu 80%
gerissen, und zwar bilden sich Vibrationsrisse an der Unterkante
mittig über der Radachse. BILD!
Abhilfe: Rissenden anbohren und Risse sauber zuschweißen. Achtung: Kleine
Verstärkungsbleche machen alles nur noch schlimmer. Möglicherweise
hilft es, wenn man über die gesamte Länge einen 6 mm-Draht in die
Sicke einpasst und mit Liebe einschweißt. Irgendwann werde ich das
mal ausprobieren. Ebenfalls reißen gerne die Bohrungen, an denen
die Winkel für die Seitendeckel angeschraubt sind aus. BILD!
Abhilfe: Dicke U-Scheibe von hinten
festpunkten.
- Kettenkasten: Wenn der hintere Kotflügel auf der linken
Seite nach außen gebogen ist, passt er beim Durchfedern nicht mehr
am Kettenkasten vorbei. Er schlägt auf dem Kettenkastenoberteil auf
und hinterlässt - wie sollte es anders sein- eine hässliche Beule. BILD!
Vereinzelt bilden sich auch am Kettenkastenober- und Unterteil Risse. Zumeist hervorgerufen durch Montagefehler.
- Seitendeckel links: Bei falscher Montage/Einstellung des
linken Seitendeckels liegt dieser am linken Motorseitendeckel an.
Mit der Zeit "fräst" er dann eine schöne Kerbe in den
Motorseitendeckel. Abhilfe:
Seitendeckel so montieren, daß mindestens 1cm Platz zum
Motorseitendeckel bleibt.
- Hinterradschwinge: Sie ist in primitiven Nylon-Buchsen
gelagert. Leider rostet der ganze "Klumpatsch" im Rahmen
fest. Folge: Die Steckachse mit ihrer Hülse kann sich nicht mehr in
den Lagern drehen. Somit dreht sich die Schwinge relativ zur
Steckachse. Die Schwinge bekommt Langlöcher und Seitenspiel. Achtung:
Die Reparatur ist aufwendig und nicht ganz billig! Meist muss eine
neue Schwinge her! Prüfhinweis:
Seitenspiel der Schwinge prüfen und noch wichtiger: Beim
Durchfedern muss sich die Steckachse parallel mit der Schwinge im
Rahmen drehen. Dreht sich die Steckachse nicht: Punktabzug in der
"B-Note" bzw. Finger weg!
- Bremsen: Von den kleinen Trommelbremsen sollte man nicht
allzu viel erwarten. Nähert sich der Bremsweg jedoch so langsam
"Öltanker-Niveau" ist es allerdings nur selten mit neuen
Bremsbacken getan. Ein neuer Zug muss her und die ganze Mimik muss
zerlegt, gereinigt und geschmiert werden.
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